Titel der Ausgabe 
Berliner Osteuropa Info 23 (2005)
Zeitschriftentitel 
Weiterer Titel 
Alltag und Ideologie im Realsozialismus

Erschienen
Berlin 2005: Selbstverlag
Erscheint 
halbjährlich
ISBN
0945-4721
Anzahl Seiten
124
Preis
kostenlos

 

Kontakt

Institution
Berliner Osteuropa Info
Land
Deutschland
c/o
Diana Nikolova Osteuropa-Institut, FU Berlin Garystr. 55 14195 Berlin
Von
Brunnbauer, Ulf

Die Strukturen des Alltags und der sozialen Identitäten in realsozialistischen Systemen gehören - wie die sich rasch verbreitende einschlägige Forschungslandschaft verdeutlicht - zu den zentralen Fragestellungen der historischen Beschäftigung mit dem Staatssozialismus. Die Interpretationen unterscheiden sich dabei insbesondere hinsichtlich der Einschätzung der Rolle des sozialistischen Staates: konnten Partei und Staat Alltag und Identitäten weitgehend determinieren, oder entzog sich das alltägliche Leben dem politischen Zugriff, so wie das einige aktuelle anthropologische Arbeiten behaupten? Ausgangsüberlegung des aktuellen Hefts der Berliner Osteuropa Info ist die Ansicht, dass weder Alltag und Identitäten in der Politik kommunistischer Regime aufgehen, noch sich unabhängig von diesen entwickelten. Vielmehr entstanden komplexe Interdependenzen zwischen Ideologie, Politik, Alltag und sozialen Identitäten, die im vorliegenden Heft aus einer interdisziplinären Perspektive untersucht werden.

Inhaltsverzeichnis

Ulf Brunnbauer (Berlin): Alltag und Ideologie im Sozialismus – eine dialektische Beziehung

Chris Hann (Halle/Saale): Memory Tracks: state, nation and everyday life in 1970s Budapest

Joel Halpern (Amherst, Mass.): Yugoslav Socialism and its Aftermath as Viewed Through the Lens of Personal Experiences in the Balkans, 1953-2004

Pavel Kolar (Potsdam): Welch ein Galimathias! Die Auseinandersetzungen in den regionalen und lokalen Organisationen der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei nach dem XX. Parteitag der KPdSU

Sandor Horvath (Budapest): Urban Socialism and Everyday Life in Sztálinváros

José M. Faraldo (Potsdam): Gloomy Landscapes. Everyday strategies of identity in 1960’s Poland. A case study

Maja Brkljacic (Zagreb): Pig’s Head. Stories of Tito’s Childhood

Valeska Bopp (Leipzig): „Wir haben uns zurechtgefunden…“ Mangel und Überlebensstrategien in Rumänien in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts

Heike Winkel (Berlin): Zwischen Emanzipation und Analphabetentum. Identität als Ereignis in Ideologie und Praxis des sowjetischen Eingabewesens

Kirsti Jõesalu (Tartu): “The Right to Happiness” – Echoes of Soviet Ideology in Biographical Narratives

Matthias Schwartz (Berlin): Wunder mit wissenschaftlicher Begründung. Verzauberter Alltag und entzauberte Ideologie in der sowjetischer Science Fiction der Nachkriegszeit

Berichte aus dem Osteuropa-Institut:
J. Kant/W. Stuppert: Trivium - ein deutsch-weißrussisches Austauschprojekt

Herwig Roggemann: Law in Transition. Reform of Post-Socialist Legal Systems in Central and Eastern Europe and Comparative Law.

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